Diese Erzählung entstanden nach Aufzeichnungen von 1957 bis ende der 60er Jahre, also im 2. Volksschuljahr bis zum Abschluss des Gymnasium und wurden auch so zum größten Teil original übertragen. Ein Erzählung mit voll mit Humor und der ewige Streit zwischen Kirche und den Bauern oft auch gezeichnet von schwerer Kinderarbeit
Die Familie
Wenn man den Kindern und der Jugend heute zusieht mit welchen Mittel sie sich durch diese fade Freizeit quälen, muss ich sagen - dem Herrn sei Dank das ich nicht in der schnelllebigen, langweiligen und unzufriedene Zeit aufwachsen muss und vielleicht auch den jungen was erzählen kann aus den 50er Jahren aus meiner oberösterreichischen Heimat wo wir mit fast nichts mehr Freude hatten und trotz der vielen Arbeit mehr Liebe bekamen wie heute. In einer kleinen Gemeinde nähe Schwanenstadt lebten wir auf einen Bauernhof. Unter täglicher Schulweg Winter wie Sommer betrug 10 km den wir auch am Samstag meist zum Einkaufen und am Sonntag in die Kirche gehen mussten.
Manchmal waren die Nachbarn auch zerstritten und redeten oft Monate lang nichts bis ein Ereignis kam wo sie nicht auskonnten und sich wieder zusammensetzten und den alten Streit vergessen haben wenn sie überhaupt noch wussten wegen was sie angefangen haben. Das schönste aber waren immer die Begräbnisse oder wie man bei uns sagt die Leichen.
Unsere Familie
In unserer Familie war es nicht leicht in der Zeit wo wir aufgewachsen sind. Der Vater hat im Bergwerk gearbeitet unter Tag damit wir alle Krankenversichert sind und die Mutter hat Zuhause die Landwirtschaft gemacht, und wir waren die Leidtragende. Unser ganzer Reichtum stützte sich auf 5 Kühe 7 Eisenbahnerkühe (das sind Ziegen die am Rande der Bahn grasten und meist von Kleinhäusler ( Leute die nur ein Joch Grund gehabt haben, gehalten wurden) 10 Schweine und die Hühner - den Hund, Cäsar, die Katz und Meerschweinchen zähle ich gar nicht mit weil das keine Nutztiere sind sondern nur gefressen haben. Die Mutter hat eigentlich die Regie geführt und wann was grössers war hat sie immer den Vater gefragt, aber so gemacht wie sie wollte und er hat gesagt „ja Maridl so machen wir´s “ ja bei 6 Kinder musst schnell entscheiden da kannst nicht lange fragen. Das ganze ist genau so kommen wie sich es die Eltern vorgestellt haben 2 Mädchen und 4 Buben, die Mädchen kommen in die Küche und die Buben aufs Feld. Das einzige Fahrzeug das wir hatten außer dem Leiterwagen war ein Fahrrad für den Vater das er schneller zur Arbeit und nach Haus kommen ist vom Bergwerk. Meist hat das Chaos schon in der Früh angefangen, des ist nur so lang gut gegangen solang keiner in die Schule gegangen ist weil da hat es geheißen im Bett bleiben bis ich im Stall fertig bin und nachher hat sich die Mutter um uns gekümmert. Unser Haus steht zwischen zwei Wälder und vorm Haus sind unsere Wiesen und Felder. Zum essen haben wir auch genug gehabt und viel davon mussten wie verkaufen das Geld in die Kasse kommt aber auch genug Arbeit. wann wir von der schule nach haus kommen sind ist es gleich aufs Feld gegangen zu den blöden Erdäpfel oder Rüben, mir sagen Gungen dazu das kann man gar nicht schreiben Futterrüben halt. Über die hab ich genug Geflucht und alles für die blöden Kühe die sollen das Gras fressen die blöden Rindviecher das ist weniger arbeit. Mein Vater hat sie auch nicht mögen bis auf 2, die Lisl und die Lotte aber die Milch haben wird halt brauch bei den schübel Kinder und zum verkaufen in die Molkerei und den Leuten. Der Vater hat lieber Gitarre gespielt am Samstag beim Wirt und die Leute gaben ihm den Wein bezahlt meist hat er schon ein schönes Rauscherl gehabt wenn er heimkommen ist und dann hat die Mutter geflucht aber nicht schlecht gleich wie der Vater und wen er gelallt hat hat’s ihn nicht rein lassen, im Winter war das scheußlich bei der Kälte, aber da hat’s nichts kennt.
Die Weiber haben ihm auch gut gefallen das hab ich später gemerkt er hat ja gut Singen können und fesch war er auch. Nächsten Tag am Sonntag hat sie in immer früh aufgeweckt zum Kirchen gehen da hat er auch wider geflucht, aber ist eh nur in das Wirtshaus gegangen zu der Wagner Resi. Ich hab mir oft gedacht die Mutter hat in nur aufgeweckt zum Wirtshaus gehen und nach der Kirche hat er immer gefragt was der Pfarrer predigt hat. Die meisten haben gesagt eh lauter Mist oder sie haben ihn angelogen. Die Mutter ist fast nie in die Kirche kommen weils zuhause ja kochen müssen hat aber sonst war sie sehr christlich, die einzige Sünde was gehabt hat war das fluchen da sind alle 12 Nothelfer drangekommen.
Wie bei einem Brevier zuerst der Jesus und dann seine Anhänger, Fan hat es ja damals noch nicht gegeben die sind erste später kommen mit den Ami`s hat der Vater gesagt kommt nichts gescheites Zigaretten und Whisky. Wann sie einen Film gespielt haben im Fernseher hat er immer gesagt die haben eine versoffene Stimme vom Whisky und die blöder Wörter was gehabt haben Country das hat er sich nie gemerkt. Er hat immer gesagt die amerikanischen Ländler, mögen hat er sie nicht wegen den Flugblättern die haben sie einmal genau über unsere Wiese abgeworfen und wir haben sie zusammen sammeln müssen das die Kühe nicht fressen seine Lieblinge die Lissi und die Lotti zu den anderen hat er immer nur Kuh oder Kaibl gesagt zu den Jüngern. Das hat er aber zu meiner Mutter auch schon gesagt dabei war sie eine fesche Frau
Fronleichnam
Ich geh ja selten in die Kirche, aber an so heiligen Tagen wie Ostern, Weihnachten, Pfingsten usw… da erweise ich der Kirche meine Reverenz. Jetzt lebe ich in Salzburg und unser Pfarrer wartete ja nicht gerade gut zu sprechen auf mich, darum geh ich auch immer in den Dom zu Salzburg und am Donnerstag war es wieder so weit. Ich bin einer der ja immer eine halbe Stunde früher kommt, aber meist auch früher geht. An so einen schönen Tag wie letztes mal das stehen die Leute halt gern vor der Kirchen und tratschen halt ein bisschen, Früher hat man gesagt Leute ausrichten aber heut sind sie nimmer so, heut sagt man zu einem Treff ich geh zu einem Event also ein Kirchenevent . Im Lexikon der Fremdwörter steht Darbietung, Veranstaltung, mir ist es wurscht weil so oft geh ich ja nicht hin dabei war ich einmal Ministrant in der Heimatgemeinde in Oberösterreich am Land dort halt wo die besten Leute herkommen. Bei uns trieft sich oft die Welt der großen Köpfe. Wir haben eine Landeshauptfrau hervorgebracht, einen Fernsehmoderator einen Parteiobmann einen Chef einer großen Bank - und mich, dabei sind bei uns im Dorf nur 14 Häuser. Unser Haus ist zwischen zwei Wälder und vorn eine große Wiese, eine schöne Gegend aber viel Arbeit und weit in die Schule und Kirche 5 km und das zu Fuß. Mein Vater arbeitete im Bergwerk und die Mutter hat die Landwirtschaft gemacht und da haben wir oft vor der Schule noch mithelfen müssen aber um 6.45 haben wir in der Kirche sein müssen sonst hat’s vom Pfarrer eine Ohrfeige gegeben, im Winter war das nicht immer so lustig wenn man bis zum Bauch im Schnee gestanden ist, und die Bezahlung war ja untern Hund, für eine Messe 50 Groschen und am Sonntag 1 Schilling, ein Hochamt 2 Schilling darum geh ich auch nur am Sonntag in die Messe weil die besser ist die kostet ja auch mehr obwohls genauso wehnig hilft. Bei dem letzten Fronleichnam hab ich mir das im Dom zu Salzburg angesehen. Fronleichnam ist eigentlich kein kirchlicher Feiertag sondern ein heidnischer und das hat die Kirche immer geärgert und so hat der Papst Urban IV im Jahr 1246 an dem Tag einen kirchlichen gemacht so wie bei allen Feiertagen. Wichtig ist das was zum feiern gibt und die neue Wäsche kann man auch zeigen, drum sind im Frühjahr immer so viele Frauen in der Kirche. Ich bin ja ein Pfeifenraucher aber die ist meistens kalt aber ich hab sie halt immer im Mund und da ist’s mir passiert das ich in die Kirche rein bin und die Pfeifen noch im Mund, die Messe hat noch nicht angefangen aber die Leute was schon drinnen gesessen sind haben mich alle angesehen bis ich gemerkt hab, das waren die ganz frommen die haben schon vorgebetet das die Schuldenlast leichter wird, mein Vater hat immer gesagt „je mehr das Betten desto schlechter sind die Leute“ da hab ich ihn einmal gefragt „ die Mutter betet auch viel, ist sie schlecht“ nein sagt er die hat nur manchmal einen Vogel. Wir waren ja sechs Kinder und in den Fünfziger Jahren war das für die Eltern kein Honiglecken, eine ist ins Kloster gegangen das hat dem Vater fast das Herz gebrochen gerade sein Liebling und sein Cousin war Bischof in Linz der hat sich natürlich gefreut über das neue Schaf in der Herde Gottes. Wenn der Herrgott eine Herde hat dann sitzen die Ochsen ganz oben, hat der Vater immer gesagt. aber sie haben auch gemeinsames gehabt, das Motorrad mein Vatern seine neue BMW. In Salzburg sind ja Viele Leute dagewesen und der kath. Singverein war auch da in den schönen Kleidern und wertvolle Goldhauben. Die fangen ja schon mit 40 an die Goldhauben zu machen dass sie mit 60 fertig sind. Der Vater hat immer gesagt die Goldfasahner sind da, aber der hatte immer was gewusst wens um die Kirche gegangen ist darum haben sie immer gesagt der Pfaffenkiller, und die Malteser Ritter hab ich auch gesehen, das sind die ganz reichen die viel für die Kirche tun und auch viel Geld geben, also ich werd sicher kein Ritter werden. Das ist ein ganz alter Orden 1099 haben sie schon in Jerusalem die Pilger gepflegt und das Grab Christi verteidigt mit dem Schwert, eigentlich haben sie Johanniter geheißen bis sie von Kaiser Karl V die Insel Malter bekommen haben und dann haben sie sich zerstritten – die Malteser sind katholisch geblieben und die Johanniter wurden protestantisch - richtig gesagt war es ein Streit um die Macht. Seit dem kocht jeder sein eigenes Supperl, ja so ist das wenn die Diener des Herrn selbst zu Herren werden. Da kann ein jeder was reingeben in den Verein aber nur gewisse was rausnehmen und steuerlich absetzen kannst das auch. Mir gefallen sie mit dem weißen Mantel und das rote Kreuz drauf ja jeder braucht halt eine Uniform wie z.B. die Studenten die dagewesen sind, eine schlagende Verbindung das ist immer politisch- von 100 Meter siehst das schon welcher Partei die angehören. Die fechte 3 x gegen eine andere Verbindung bis sie einen Schmiss haben, meist einen Schnitt an der Wange das zeigt Größe, aber viele Feiglinge lassen es Vom Arzt machen mit Narkose. Da waren dann noch das rote Kreuz und die Bergrettung der Sammeriterbund und das Hilfswerk also lauter Leute die helfen wollen, natürlich für Geld, wer macht den Heute noch was umsonst. Ich war ja mit dem Rad unterwegs bei dem schönen Tag, aber an dem Tag ist es immer schön darum ist auch an diesen Tag Fronleichnam, und bis Taxham hätte ich leicht 500 € angebracht wenn ich allen 10 € gegeben hätte. Ich hab halt ein Kerzerl angezündet für alle Verwanden, Freunden und auch für die Feinde das kostet nur 60 Cent und ein extra hab ich angezündet für die Eltern. Die Messe selbst ist ein wenig länger und andere Lieder haben sie; und die Leute haben schönere Kleider an, ja die Predigt ist auch länger. Allein ist es fad aber wann meine Freundin da gewesen währe, währe ich reingangen und mir die andern die auch lieber baden gegangen währen angeschaut, aber ich hätte mir bis zum Umzug lieber ein Bier kauft. Die Predigt wollte ich gar nicht hören sonst bekomm ich wieder ein schlechtes Gewissen und das brauch ich nicht an dem schönen Tag. Kurz vor Schluss kommt dann die Prozession mit dem Himmel damit den Bischof nicht so heiß ist und blendet. Bei uns früher haben sie immer gestritten wer tragen darf, ich hab mich nie gemeldet, die Schinderei sollten sie selbst machen. In Salzburg gehen sie ja nicht weit aber bei uns am Land da sind wir die ganze Gemeinde abgegangen da bist leicht 2 Stunden unterwegs gewesen mit 4 x Rasten bei den Altären und der Vater hat mitgehen müssen der war bei der Freiwilligen Feuerwehr, da hat aber meist nur dem Most für die Feuerwehrleute nachbracht weil er so schlecht gesehen hat haben sie ihm nichts anderes angeschafft, war aber auch keine leichte Arbeit wie die bei den Übungen immer gesoffen haben da hast laufen müssen. Ja und wann wir wieder in der Kirche ankommen sind war’s schon schön wenn wir uns ausrasten haben können, aber das ewige aufstehen und niederknieten und sitzen macht dich auch fertig. Am besten war immer hinten hinsetzen und warten bis das amen da ist’s dann ist’s ins Wirtshaus gangen und der Vater oder der Gödi hat uns eine Schartnerbombe gekauft bei der Wagner Resi und der Vater hatte gesagt „was hat der Pfarrer Predigt“ weil die Muter hat zuhause gefragt und das Evangelium wollte sie auch immer wissen. Meist ist der Pfarrer auch kommen und hat sich am Stammtisch gesetzt und die Bauern haben gesagt schön hast predigt Sepp, das war der Josef Lichtenberger unser Hochwürden der uns immer die Fotzen gegeben hat, das hab ich ihm nie vergessen. Aber richtig mögen hat ihn keiner, höchstens am Stammtisch bein Schnapsen da hat er immer verspielt. Am rechten Daumen hatte er immer eine schwarze Kappe gehabt, ich glaub den haben’s ihm einmal abzwickt genau weis Ichs nicht aber glauben täte ichs gleich bei dem was der predigt hat. Der hat immer lange Messen gehabt und kurzer Inhalt, also mir hat das nichts gegeben außer kalte Füße im Winter. Der war ja schon alt aber im Wirtshaus ist er immer lustig gewesen wann im die Bauern das Bier zahlt haben bis er Rauschig war und die Köchin hat ihm zum Essen geholt und geflucht hat sie wie ein Perserker, das ist ein Glaubensloser hat sie gesagt, in Oberösterreich ist er ein Heide haben sie auch gesagt oder Satansbraten. Ja oft haben’s schon Namen gehabt da ist uns schlecht worden ist wo die das alles her haben. Der Pfarrer ist dann bald in Pension gegangen und ein neuer ist gekommen vom Pöstlingberg in Linz, der Bruder von unserem Bäcker. Wenn ich an den denk geht mir die Pfeife beim schreiben aus, so schönheilig war der und immer die Hände gefaltet wie ein Heiliger. Seine erste Taufe war mein jüngster Bruder und seine letzte Trauung war auch mein jüngster Bruder also was der mitgemacht hat möchte ich nicht sagen.
Die Leich
So jetzt haben wir 3 Pfarrer gehabt in der Gemeinde, der alte Hr. Jäger der hatte immer am meisten geben beim Ministrieren weil er das Geld nicht richtig gesehen hat und braucht hat der auch nicht mehr so lang, ist ja keine Gaudi immer auf die Knie. In unserer Kirche sind 3 Altäre und unter der Woche haben alle 3 gleichzeitig die Messe gehalten, am Hochaltar der Osterkorn - rechts der Lichtenberger und links der Jäger. Da haben die Leute oft nicht mehr gewusst sollten sie „ gelobt sei Jesus Christus“ sagen oder „Amen“ da ist oft ein Durcheinander herausgekommen das sich keine Sau mehr ausgekannt hat und immer auf die Knie und wieder aufstehen. Am besten waren aber immer die Beerdigungen und Hochzeiten die sind gut zahlt worden, unter 50 Schilling ist da nichts gegangen und von die Leut hast auch nocht was bekommen. Wann ein reicher Bauer gestorben ist, ist er erstmals zuhause 3 Tage aufgebahrt worden und bei der Beerdigung ist er durch den Ort getragen worden, das war eine Schinderei wenn es ein ausgefressener war, und um 10 Uhr am Vormittag ist er eingraben worden und nachher hat es ein gutes Essen gegeben- Rindfleisch mit Semmelkren- da hat mir die Mutter keine Jause mehr gemacht für mich und von der Witwe haben wir auch noch einige Schillinge bekommen.
Das war bei uns eine schöne Leich weil nach dem Essen ist so richtig gelacht worden und Witze erzählt bis die meisten einen Rausch gehabt haben, die Armen sind um 2 Uhr nachmittags eingegraben worden also nach dem Essen da hatte es nichts gegeben nicht einmal eine Rindsuppe was die Ablingerin immer so gut gemacht hat das ich immer 2 Teller voll gegessen habe und vor der Jausen war alles vorbei also eine schlechte Leich und dann musst noch 5 Km nach Haus gehen und der Mutter sagen du hast einen Hunger, da hatte sie immer gesagt haben dir die Hungerleider nichts gegeben. Am nächsten Tag haben wir dann vom Pfarrer 5 Schilling bekommen, eine Semmel hat 40 Groschen gekostet und ein Bier 2 Schilling da hast aufpassen müssen dass keine alte war. Meistens sind die Leichen bei uns noch ersoffen worden so nass war der Friedhof aber lebend ist keiner eingraben worden das ist sicher. Der Totengräber hat immer geflucht wenn es geregnet oder geschneit hat wenn er die Grube ausgehoben hat. Da kenne ich einen der hat das immer gerne gemacht weils gut zahlt worden ist. Die Armen haben ganz hinten einen Platz bekommen und ausgraben haben sie die Grube auch selber dürfen. Das sind so richtige Gfraster hat der Vater immer gesagt weil Saufbrüder hat er sich nicht getraut neben der Mutter sonst hat es Krach gegeben und das hat er eigentlich nicht wollen – wann es zu vermeiden war – was nicht immer der Fall war, grade wenn es um die Kirche gegangen ist.
Die Hochzeit
Wen sich 2 kennenlernen und beide sind von der gleichen Gemeinde hat man ja alle gut gekannt und ist auch nicht viel drüber geredet worden, außer man hat in am Abend mit einer anderen gesehen und hat mit der geschmust, aber das haben’s eh meist in der Nachbargemeinde gemacht oder weiter weg das man sie nicht kennt und kein blödes geredet entsteht – aber wenn ein fremder eine aus der Gemeinde geheiratet hat das waren lange Gespräche. Zuerst ist mal eruiert worden wer er ist- was er kann und was er hat das war das wichtigste. Einmal hat die Ehefrau die er 3 Monate zuvor geheiratet hat und die Freundin die er nebenbei hatte zur gleichen zeit ein Kind bekommen, da haben die Leute noch drüber geredet wie der Bub schon in die Schule gegangen ist und der Pfarrer hat die ganze Geschichte von der Kanzel predigt als schlechtes Beispiel, da hat sich mein Vater richtig geärgert weil sich das nicht gehört hat er gesagt, die Leute so ausrichten wo sie eh schon gestraft genug sind – die Mutter war da anderer Meinung, sie hat gesagt „ aber ein Sauhund (ein Sauhund ist die biologisch Kreuzung von Schwein und Hund) ist er auch gleich 2 Weiber auf einmal haben das ist wie in Sodom und Gomorrha. Aber war er ein guter Arbeiter ist es ja gut gegangen da hat er sich ja was erspart und für die Weifer hat er auch keine Zeit gehabt, aber auch die Metzger, Bäcker und Berufe aus dem Lebensmittelbereich waren für uns Kinder wichtig weil da hat es immer reichlich zu essen und Trinkgeld gegeben in Naturalien. Am Anfang hat man den Bräutigam, wenn er nach der Kirche ins Wirtshaus gegangen ist, eingeladen am Stammtisch zu den Bauern, aber nicht weil sie so freundlich waren sondern weil´s ihn ausfragen wollten. Da haben die Bauern auch noch ein Bier zahlt nur das sie das Vertrauen erschwindeln konnten und der alles erzählt hat, nachher ist er ausgerichtet worden. Zuerst hat man alles Schlechte erzählt weil heilig war ja keiner - außer der Pfarrer und da war man sich nicht sicher weil immer viele Frauen vom Pfarrkirchenrat im Pfarrhof aus und eingingen sind – da hat so mancher gemunkelt. Also sie haben in so ausgerichtet das zum Schluss keiner mehr wusste was richtig ist und dann war er so hergerichtet das er den Leuten wieder leid tat, ein guter hat das ausgehalten und mancher hat auch aufgegeben. Es ging ja auch um das Ansehen des Schwiegervaters und die Spötteleien die sie sich anhorchen mussten wenn er schon ein lediges Kind hatte.
Bei den Hochzeiten war das ganz anders da haben wir Schranken gemacht und die Brautleute und Trauzeugen mussten zahlen – da ist das Geld nur so geflossen, kein Wunder die haben ja auch mehr Freude gehabt wie die bei der Leich und beim Essen hat es auch was anderes gegeben , bei den guten einen Kalbsbraten bei den ärmeren einen Schweinsbraten wie das halt so ist und bei manchen hat’s gar nichts gegeben. Wenn einer von auswärts in die Gemeinde eingeheiratet hat sind besonders freundlich gewesen die wollten sich ja auch nicht verscherzen. Einmal hat die Nachbarin geheiratet, einen Metzger der hat uns einen Krantz Wuscht gegeben aber schon vorher weil er gewusst hatte das ich ministriere, aber die Ehe hat nicht lang gehalten das haben die Leute schon vorher gesagt die wissen das meist immer schon vorher das sind halt die alten Hasen ( die Frauen).das ganze ist abgelaufen wie bei der Leich die Reichen in der früh die Armen am Nachmittag aber gesoffen ist immer worden und mein Vater hat schon eine Gitarre beim Wirt deponiert. Nach dem Essen hat es immer einen Schnapp gegeben – aber einen echten – und beim Kaffee hat der Vater schon gesungen, dem ist es immer gut gegangen weil er gut Singen hat können und Gitarrespielen da hat er alles umsonst bekommen und zum Schluss noch 100 oder 200 Schilling. Das meiste was er beim Spielen bekommen hat, hat er uns Kindern gegeben aber so das die Mutter nicht gesehen hat weil die hätte wieder gesagt auf die Bank tragen das später mal was hab’s. Die Dirndln haben das gemacht aber mein Bruder und ich nicht, beim Geld ausgeben waren wir uns immer einig – manchmal eine Schachtel Zigaretten aus der Nachbargemeinde das uns die Eltern nicht dahinterkommen sind oder mit einem Mädchen ins Kino gehen aber in die Logge zum schmusen – also Geld brauchten wir immer und dafür haben wir uns auch immer viel einfallen lassen wie zb. Alteisen sammeln, von der gemeinde das Vieh zählen, die haben uns immer schön angelogen, da hast glaubt die müssen verhungern weil´s so wenig Viecher angeben haben das weniger Steuern zahlen. Die Palmbuschen haben wir auch ausgetragen da hats reichlich geld gegeben weil sich keiner lumpen hat lassen außer die reichen Bauern bei denen hast nie was bekommen außer 2 Schillinge, aber die Ärmeren haben 5 oder 10 Schilling geben pro Palmbuschen aber meist haben sie nicht viel braucht, einen in den Garten ins Schlafzimmer und in die Stube, die Bauern haben auf jedes Feld einen gesteckt und in den Stall zu den Rindviechern. Der Vater hat sie Wochen vorher schon gebunden aus Buchs, Zeder und Palmkätzchen das andere weis ich nicht was das ist. Am Palmsonntag hab ich 40 Stk. 5 Kilometer in die Kirsch getragen zum weihen und nachher zu den Leuten zu Weihen, einen Preis haben wir nicht machen dürfen weil sie Geweiht waren und das darf man nicht verkaufen also sind wir angewiesen gewesen was Sie und geben. Zu den Leuten hab ich immer gesagt die sind gut Geweiht und helfen sicher weil ich bin ganz vorne gesessen, da haben sie immer gelacht und haben mir ein bisserl was draufgeben, geholfen haben sie eh nichts aber es war so Brauch und jeder hat sie gehabt außer einen der war ein Kommunist. Bei den Wahlen haben wir immer einen Kommunisten gehabt und das war er das haben alle gewusst, er ist auch nie fortgegangen weil seine Frau gelähmt war da hat er die ganze arbeit alleine machen müssen und die Frau auch noch Pflegen, Zu dem haben’s immer gesagt das ist ein Satansbraten aber mir hat der leid getan mit der vielen Arbeit. Ja und wenn ich fertig war habe ich noch beim Krämer in Wuffing eine schachtel Smart Export für den Vater gekauft sonst hatte er immer die Austria C geraucht. Von den Schwestern hat er nichts bekommen die haben auch nur 20 Stk. Gehabt, aber mein Bruder hat ihm auch immer welche gekauft, das war der Lohn für seine Arbeit und ich hab immer 250 – 300 Schillinge gehabt und die Mutter hat wieder gesagt auf die Bank legen sonst verhaut ihr das Geld eh wieder und der Vater hat gelacht der hat schon gewusst was wir brauchen..
Die Geburt
Am 26.Oktober am Nationalfeiertag ist auch mein jüngster Bruder auf die Welt gekommen aber wir haben das erst nächsten Tag erfahren weil wir keine Zeit hatten und die Rüben eingebracht werden mussten Vater ist nur mit seiner DKW (Motorrad) vorbeigefahren und hat geschrien „ein Bub“ das hab ich mir gedacht wenigstens einer für die Arbeit aber das dauert noch ein bisserl bis er so weit ist. Zwei Wochen später haben wir die Taufe gehabt, die erste Taufe vom neuen Pfarrer Osterkorn und alle sind kommen von der Verwandtschaft, zuerst nach Hause um die Weiset zu bringen (das Wort stammt von Weisheit ab) und geholfen hat es auch. Bei meiner Schwester ist das anders gewesen die ist zu den Hl. Drei Könige geboren die haben ja Gold Weihrauch und Myrre gebracht und wir haben einige Windeln bekommen und ein Strampelhoserl . Der Vater hat gesagt zum Fressen kommen alle und zur Arbeit findest keinen und Mutter hat gesagt wie redest du vor den Kinder aber ich hab mir gedacht der hat recht. Bei der Taufe in der Kirche wollte es der Pfarrer recht schön machen wie bei einer Heiligsprechung und so lang hatte das auch gedauert, aber der hat meinen Vater noch nicht gekannt. Bei der Kirche haben wir einen Seitenausgang wo die Leute immer raus gegangen sind wenn sie unter der Messe pissen gehen mussten und da ist der Vater hingegangen und hat sich eine AUSTRIA C angeraucht. Der Pfarrer hatte beim Reden immer die Augen zu gehabt und hat gar nicht gesehen das einer weg ist. Als er fertig war hat er die Augen aufgemacht und den Segen geben da ist ihm erst aufgefallen das der Vater nicht da war. Nachher hat die Mutter mit dem Vater recht geschimpft und gesagt nicht einmal beim Segen bist gewesen und der Vater hat gesagt bei dem Pfarrer wirst Fußkrank da ist mir der Lichtenberger lieber der macht das schneller und der Segen geht rund um die Kirche auch noch. Nachher sind wir alle ins Wirtshaus zum Essen, hatte eh nicht viel gegeben bei der menge Leute da währen wir arm geworden und was die Trinken erst, aber der Pfarrer war einer der ersten am Tisch. Ausgeschaut hat er wie wenn er 40 Tage in der Wüste gefastet hätte wie Jesus aber da hat er unseren Vater noch nicht gekannt. Bei so einem Essen gibt es gewisse Regeln die man einhält, zuerst bekommt der Pfarrer dann der Vater und die Mutter, die Kinder und der Rest was da ist. Aber der Vater hat dem Pfarrer nichts gegeben sondern hat mit uns Kindern angefangen und der Mutter und sich selbst, dann hat er den Schöpflöffel dem Pfarrer gegeben und der hat sich selber nehmen können, da hat er geschaut und hat sich gar nicht richtig getraut zu Essen. Die Mutter hat den Vater gestoßen und böse angeschaut aber das war im egal die Tauf war vorbei. Dann sind alle kommen die Weiset (Weisheit) schenken fürs Kind da bekommt man alles was selber nicht brauchen haben können. Jede Menge Stoffwindeln, Schnuller mit und ohne Flascherl und Strampelhöschen von den Reicheren. Also kurz gesagt den Mist was wie schon von uns Kindern hatten.
Die erste Liebe
Den gleichen Tag haben’s bei unserm Nachbarn eine Magd bekommen die Margit da haben die Nachbarn auch keinen Hund mehr braucht so bös war die, aber lieb hatte sie auch sein können zu den meisten Männern naja sie hat auch zum Schluss 3 Kinder gehabt von 3 Vätern ich war nicht dabei, da war ich noch zu jung aber ein bissi später hat sie mich schon lassen mein Vater wollte auch immer aber sie hat ihn nicht lassen hat sie gesagt. Ich war schon 14 wie ich das erste mal hab mit ihr geschlafen hab oder besser gesagt wach wahr mit ihr. Die hat mich schön hergenommen, mir haben die Knie zittert nachher und heiraten wollte ich sie auch, aber das sind so anfangserscheinungen die erste Liebe, ja die Margit wahr fesch und fleißig ich hab dort immer geholfen weil die haben schon einen Gaul gehabt das ist ein Pferd zum arbeiten ein Ackergaul und die Margit die mich eigentlich mehr angezogen hat. Mein Bruder hat immer das Pferd gestriegelt und ich die Margit.
Während der Erntezeit wenn alle Hände zupacken müssen wird auch geschimpft und geflucht auf Teufel komm raus und für das hatten wir die Margit. Keiner fluchte mit solcher Liebe und Überzeugung das man nicht mal auf die Idee kam sie je zu unterbrechen da ihr immer wieder die neuesten Schimpfwörter einfielen auf die sie im Normalzustand nie gekommen währe.
Eines davon war der Katzenbeitl was das auch immer sein mag wissen wir nicht aber man nimmt an das ist der Hodensack eines Katers. Eigentlich machte sie alles mit Erotik und Sex war ihr Hobby eben, das Glück des kleinen Mannes, man hatte ja sonst nichts. Am Abend nach dem Essen fuhr der Bauer noch aufs Feld um Gras zu mähen für 60 Kühe. Die Bäuerin war in der Küche und die Margit ging in den Stahl die Kühe melken was sie mit großer Liebe machte, manchmal aber Massierte sie nicht nur das Euter der Kuh und ich musste den Stohhaufen aufschütteln damit man die Spuren der Liebe nicht verfolgen konnte. Ich hatte die Arbeit mit Ausmisten was mir nicht ungelegen kam.
Es wurde meist 9 oder 10 Uhr abends bist die Arbeit erledigt war und doch fand ich immer noch Zeit mit der Margit in den nahe gelegenen Wald zu gehen und uns der Liebe und Zärtlichkeit hinzugeben in einer Art die von ihr keiner kannte. So gut sie auch fluchen konnte so lieb und hingebungsvoll konnte sie auch lieben. Ich hatte ernst die Absicht sie zu heiraten. 40 Jahre später machte ein Freund und Journalist vom ORF (Peter O.) eine Umfrage, die Frage war „ möchten sie ihre erste Freundin die sie liebten heute noch Heiraten.“ Ich gab zur Antwort – Gott hatte mich bewahrt davor und ich habe sie erst kürzlich gesehen, ich muss sagen sie ist so hässlich das sie kein Hund anschaut“ Kurz gesagt gearbeitet hat sie wie ein Ochse, gefressen wie ein Drescher, geflucht wie ein Bierfahrer und geliebt wie eine Muse.
Natürlich suchte ich jede Gelegenheit mit ihr allein zu sein oder in näheren Kontakt zu kommen wie beim herunterlassen von Heu oder Futterrüben holen, auch die so gehasste Feldarbeit die ich sonst so verfluchte wurden an ihrer Seite zu einem Geschenk Gottes. Die Buben waren die billigsten und besten Arbeitskräfte bei dem Bauern da sie ihre Männlichkeit beweisen wollten und keine Angst zeigen durften. So bediente sich auch die Kirche beim verlegen des Blitzableiters oder das Decken des Daches und alles nicht einmal für Gottes Lohn und das Essen.
Aber auch wir Kinder konnten uns wehren und es war uns eine genugtung wenigstens die Aufmerksam zeitweise auf uns zu lenken. So kam es auch das unser Hr. Hochwürden schon bei der Messe zu seinen Schwipschen kam. Der Vater sagte immer „der Pfarrer sauft“ und die Mutter sagte schau lieber auf dich du saufest auch genug Most! aber ich arbeite ja genug, so ergab ein Wort das andere und ein kleiner Streit konnte da schon losbrechen.
Ich hatte wirklich mitleid mit dem Vater der von morgens Früh bis spät in die Nacht arbeitete. Also half ich etwas nach um der Mutter zu beweisen, dass Vater recht hat.
Am Sonntag beim vorbereiten zur Messe fühlte ich in die Karaffen nicht Wein und Wasser sondern Wein und Wein was ihm spätestens bei der zweiten Messe also Amt nicht so wohl bekommen würde auf nüchternen Magen.
Die Karaffen wurden bis zum runde gefüllt und bei der Opferung gab’s das ersten Achtel und nach der Kommunion das Zweite. Als die Messe aus war fragte er mich was ich da gemacht habe? Ahnungslos roch ich an beiden Karaffen und sagte das es jemand ausgewechselt haben muss wie waren ja am Sonntag immerhin 4 Ministranten und der Messner war meist schon etwas angeheitert. Also mein Freund war in den Plan eingeweiht und der Pfarrer bekam wieder reinen Wein und der Pfarrer war echt beschwipst so das es auch meine Mutter sehen konnte. Vom Vater bekam ich im nahe gelegenen Wirtshaus eine Limonade und der Pfarrer kam an dem Sonntag nicht an den Stammtisch. Zuhause beim Essen sagt der Vater zur Mutter „ was hab ich dir immer gesagt, der Pfarrer sauft und da nicht zu knapp“ drauf die Muter „ nah geh lass ihn doch auch mal was trinken“ und schon ging´s los mit der Streiterei aber auch wieder Interessant zum anhören weil man ja immer was lernt. dabei hat die Mutter eh immer gesagt, nicht neben den Kindern was sollten die mal denken von uns, dabei haben wir ganz was anderes im Kopf gehabt und durch die ganze Arbeit und die Leute haben wir schon besser bescheid gewusst wie die Eltern
AUF DER WEIDE
Im Frühjahr wenn das erste Gras gewachsen ist haben wir die Rindvicher auf die Weide getrieben das eine bessere Milch geben hat die Mutter gesagt, ich hab keinen unterschied gemerkt weil mir haben eh meistens Most getrunken.
Nach einer ca. 14 Tage haben wir dann Butter gerührt und in der früh zum Frühstück haben wir Butterbrot bekommen, da war schon gut aber meist haben wir den Speck gegessen da hast keinen Butter braucht, höchstens für die Armen zum verkaufen und die Bettler haben von der Mutter auch immer bekommen, ein kleines Stückerl und einen Scherz Brot und 2 Äpfeln hat sie auch immer hergeben. Einmal hat sie zum Vater gesagt „ ich weis nicht warum zu uns immer so viele Fechter (Bettler) kommen“ drauf sagt der Vater „ ja beim Nachbarn Bekommens nichts und du Fütterst sie immer“. Arm waren sie schon das hat man an der Wäsche gesehen und die Schuhe waren immer dreckig. Im Sommer haben’s auch noch 2 Eier bekommen weil da die Hühner wieder gelegt und nicht nur gefressen. Das hat der Vater nicht mögen wenn ein Vieh gefressen hat und nichts bracht hat dafür, außer der Hund Cäsar, eine Mischung aus 5 anderen, der hat alles machen dürfen aber er hat auch alles mitgemacht was wir mit ihm gemacht haben. Die Lieblinge waren aber seine Kühe, denen ist’s auch gut gegangen bei uns, die haben in den fünfziger Jahren schon frei laufen dürfen wo sie bei den anderen Bauern alle angebunden waren. Mein Vater war sicher einer der ersten Biobauern was gegeben hat und die anderen haben ihn immer gehänselt und haben gesagt „ Karl kannst dir keinen Kunstdünger leisten“. Nur die haben nicht gewusst das wir des bessere zeug haben und immer sind die Leute zu uns kommen einkaufen und ein Stamperl Schnaps haben’s auch bekommen oder einen guten Most. Nur eines haben die Rindviecher nicht dürfen – das Fallobst zu fressen – das haben wir zum Mostmachen braucht und von dem haben wir viel gebraucht, ist auch logisch, der Sommer war heiß und der Winter lange. Also haben die Kühe vor sich hingefressen der Cäsar hat sie bewacht und ich hab mich untern Baum gelegt damit ich nicht im Weg steh wen die anderen so schwer arbeiten, dabei hätte ich nach Hause gehen sollen den andern helfen aber ich bin schon um 5.30 mit dem Milchfahrer (ein Nachbar von uns) mitgefahren am Anhänger die Milchbitschn (Milchkannen) austauschen das er nicht immer von Bock steigen braucht, wir sind ja mit die Pferdl gefahren. Der Fritz ist viel schneller gewesen und ich bin aus unsern Dorf rauskommen. So sind wie von Bauern zu Bauern gefahren und haben die Milschbitschn austauscht und am Schluss haben wir sie bei der Schärdinger Molkerei in Gaspoltshofen abgeliefert, einen ganzen Anhänger voll das war eine Schinderei. Das Schöne an dem ganzen war die Nachbarin von der Molkerei, da sind wie immer rein auf ein Schnapserl und ich hab einen Likör getrunken. Meistens ist die Schlafzimmertür von der närrischen Tochter offen gewesen und die ist immer halb nackt umhergelaufen, da hab ich nimmer gewusst hab ich einen roten kopf vom Schnaps oder von der geilen Tochter. Einmal hab ich sie gesehen ohne BH da hab ich was gespürt in der Hose aber da war ich noch viel zu jung und hab nicht gewusst wie das geht. Beim heimfahren war’s nimmer so eilig und bei so manchen Bauern bist stehenblieben auf einen Most und einen Schnaps bis wir halt genug hatten oder ein kleines Schwipserl, ich hab mich nachher einige male niederlegen müssen, aber mein Bruder einige Jahre später ist auch oft mit einen Rausch heimkommen und hat sich niederlegen müssen. Die Mutter hat von dem nichts wissen dürfen sonst währ es aus gewesen mit der Gaudi, wir haben immer gesagt so viel Arbeit ich bin so Müde muss mich eine Stunde ausruhen.
Kurz vorm Winter ist immer der Onkel Lois kommen und hat unser Sau abgestochen das wir im Winter was zum Essen gehabt haben, manchmal hat er auch 2 abgestochen das hat aber schon immer lange gedauert weil zerlegen zum einsurren haben’s wir ja auch müssen. Das Halsfleisch ist immer gleich gemacht worden und die Innereien Kühlschrank hat es noch keinen gegeben und auch keinen Tiefkühler. Am Abend nach der Arbeit waren alle froh das was zum Essen bekommen haben und gut war’s , die Mutter hat ja schon so gut gekocht jeden Tag für 10 Leute und gegessen haben alle nicht schlecht. Der Onkel Lois das war ein richtiger Fresssack (ein Bruder meiner Mutter) und wir Kinder haben auch gut zugriffen, ein Halsfleisch mit Kren, das hast nicht oft bekommen. Nach dem Essen hat der Vater zur Gitarre griffen und die Gaudi ist losgegangen, die Muter hat noch eine Flasche guten Schnaps gebracht und Sie hat einen Likör getrunken das nicht so Rauschig wird hat sie gesagt und ich war der Kellermeister und hab natürlich genug Arbeit gehabt den Most immer frisch aus dem Keller zu holen, manchmal hab ich auch schon im Keller anzogen beim Mostkrug. Wir Kinder haben genau auf alles aufgepasst was da vor sich geht und die Neuigkeiten was geben hat da hast alles wissen müssen.Wie halt die Gaudi aus war ist der Onkel Lois nach Hause gefahren mit seiner Puch 125 und alle sind mit vor die Tür gegangen da ist immer noch eine halbe stunde geratscht worden . Wie wir von der Verabschiedung in die Stuben zurück kommen sind ist der kleine Bruder am Boden gelegen und war wie Tod. Alles haben sie versuch das ihn wieder zum Leben erwecken aber es war vergebens und der Vater hat sich auf sein Motorrad gesetzt und ist nach Wolfsegg zum Arzt gefahren das der kommt, und das in Winter in der Nacht. Wie der Dr. Sixta kommen ist hat er den Buben untersucht und gerochen, drauf sagt er - ja lasts doch den Buben den Rausch ausschlafen – und alle waren erleichtert. Der Lauser hat alle Reste von den Schnapsstamperl ausgetrunken und hat so einen Rausch bekommen das er nächsten Tag noch im Bett bleiben musste – aber aus ihm ist auch ein Dipl. Ing. worden – also so schlecht kann das auch nicht gewesen s